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Menschen imitieren Verhalten – egal, ob es nun um Babys geht, die das Verhalten ihrer Eltern kopieren, um heranzuwachsen und Moral und Ethik zu lernen oder ob Mitarbeiter das Verhalten ihrer Vorgesetzten nachahmen, um in der Arbeit erfolgreich zu sein, das Vorgehen ist dasselbe.

Was passiert nun, wenn man als Chef seine Angestellten dazu anstiftet zu lügen, zu betrügen oder ähnliches? Diejenigen, die starke Moralvorstellungen haben, gehen. Andere, die sich anpassen und eventuell weniger Skrupel verspüren, bleiben und werden ebenjenen Chef früher oder später mit hoher Wahrscheinlichkeit genauso betrügen, wie sie es gelernt haben.

Verkaufszahlen und Zulassungszahlen werden geschönt, damit Statistiken besser aussehen. Kunden wird nur die halbe Wahrheit erzählt oder der Kundschaft wird weisgemacht, dass das Kleid oder der Anzug besonders gut an ihnen aussieht, obwohl wohl eher das Gegenteil zutrifft. Das alte Modell ist mit einem Mal die Marktneuheit und der Manager steckt leider in einem Meeting fest.

All diese Dinge mag jemand mit “Notlügen” betiteln, das Resultat ebendieser ist allerdings dasselbe wie das Resultat eines Betruges oder Diebstahls.

Diese Einstellung breitet sich überall in der Geschäftswelt aus wie ein Virus. Es sind jedoch nicht nur die großen, spektakulären Fälle à la Enron, Kweku Adoboli und JPMorgan Chase von denen wir hier reden, sondern es macht uns auch in kleineren Maßstäben zu schaffen.

Diverse Studien zeigen, dass jeder Vierte bereits etwas am Arbeitsplatz gestohlen hat und der jährliche Schaden in die Millionen geht. Eine Umfrage unter Kunden und Kollegen bringt ans Licht, was manche Arbeitskollegen und Angestellte in die eigene Tasche stecken. Das reicht von Reinigungsmittel, Milch, Büromaterialien, Kopierpapier bis hin zu Klopapier. Man nimmt nach seinen Möglichkeiten – von einem Schweizer Franken bis zu 4.4 Milliarden.

Die Folgen, die daraus entstehen, sind gravierend. Es werden Formulare und Inventare für jeden Bleistift und jedes Blatt Papier erstellt. Sogar die ganze Finanzbranche wird in Ketten gelegt. Den Revisor freut es, das Unternehmen seufzt unter der Last.

All das klingt einleuchtend, doch wie lässt sich Vertrauen in ein Arbeitsumfeld einbringen? Was genau tut denn der Manager des Vertrauens?

Bestimmt haben Sie schon einmal von den Begriffen “Mikromanagement” und “Makromanagement” gehört.

Mikromanagement ist das Management von Einzelheiten, die ein Problem eines Kollegen betreffen. Nehmen wir an, einer Ihrer Mitarbeiter hat ein Problem und kommt mit diesem zu Ihnen. Wenn Sie zu wenig Rückmeldungen über das Problem und die Lösung dieses Problems bekommen, werden Sie tätig und halten durch Rückfragen Ihre Angestellten auf, setzen sich selbst an das Problem und verschwenden somit nicht nur Ihre Zeit sondern auch die Ihres Mitarbeiters, oder versuchen, die Situation durch viel zu detaillierte Aufgabenstellungen und ständiges “Über-die-Schulter-schauen“ zu kontrollieren.

Makromanagement ist das genaue Gegenteil von Mikromanagement. Man fokussiert sich auf das große Ganze und delegiert und befähigt Angestellte, anstatt sich selbst zu sehr zu involvieren. Man bietet Mitarbeitern allen Freiraum, den sie bei der täglichen Aufgabenbewältigung brauchen, und eventuell auch mehr.

Auf den ersten Blick hin scheint Mikromanagement vielleicht gar nicht so schlecht zu sein, um Vertrauen aufzubauen, und auch das Makromanagement hat seine Vorteile. Jedoch haben beide Formen des Managements auch seine Nachteile – wenn man nur mit Mikromanagement arbeitet, werden die Mitarbeiter genervt und dekonstruktiv, manchmal sogar destruktiv. Wenn man allerdings nur mit Makromanagement arbeitet und das in einem Arbeitsumfeld, dem Vertrauen fremd ist, kann es gut vorkommen, dass die Mitarbeiter machen, was sie wollen und ihren Freiraum ausnutzen.

Was nun tun? Sie können trotzdem ein gesundes, vertrauensvolles Arbeitsumfeld schaffen, Vertrauen lässt sich (wieder-)gewinnen. Und das können Sie erreichen, indem Sie eine gesunde und vernünftige Balance zwischen Mikro- und Makromanagement finden. Nehmen Sie sich zurück, wenn Sie merken, dass Sie drohen, in das Mikromanagement zu rutschen und wenn Sie merken, dass Ihre Angestellten nachlässig oder sogar schlampig werden, driften Sie zu sehr ins Makromanagement ab.

Mit diesem Trick senken Sie Ihre Kosten und den Arbeitsaufwand für Formulare und Inventare und Sie steigern gleichzeitig Ihren Umsatz und die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter.